Mit der Familie fest im Sattel

Der Spitzensport spielt in der Familientradition von Ingrid Klimke schon immer eine große Rolle. Der Vielseitigkeitsreiterin gelang es erstaunlich schnell, nach der Geburt ihrer Kinder in die Weltspitze zurückzukehren.

Ingrid Klimke ist die Tochter des sechsmaligen Dressur-Olympiasiegers Dr. Reiner Klimke und der Dressurreiterin Ruth Klimke. 2008 stand die Tochter selbst ganz oben auf dem olympischen Thron, als sie mit der Mannschaft in Hong Kong die Goldmedaille im Vielseitigkeitsreiten gewann. 1968 in Münster geboren, gehörte sie schon 1992 zum Olympiakader für die Spiele in Barcelona. Seither hat sie zahlreiche Erfolge gesammelt, eine Familie mit zwei Kindern gegründet, eine Banklehre absolviert, das 1. Staatsexamen Primarstufe abgelegt und ist Pferdewirtschaftsmeisterin. Sie betreibt einen Turnierstall mit zehn Pferden für Dressur, Springen und Vielseitigkeit. Ganz schön vielseitig.

Bestens organisierte Arbeitsteilung

Der Spitzensport und der erfolgreiche Pferdebetrieb werden in der Familie von allen Mitgliedern mit oberster Priorität verfolgt. Das bedeutet, dass die gesetzten Ziele nicht nur von der ganzen Familie mit Verständnis und Unterstützung getragen werden, sondern dass sich das ganze Familienleben an den Wettkämpfen ausrichtet. Und so hat sich eine bestens organisierte Arbeitsteilung für den aufwändigen Sport bei den Klimkes bewährt.

Für die Rund-Um-Versorgung ist gesorgt

Ehemann Andreas Busacker fährt an den Wochenenden mit zu den Turnieren und Wettkämpfen. Dort kümmert er sich um die Kinder Greta und Philippa, die immerhin sieben Jahre auseinanderliegen. Großmutter Ruth Klimke übernimmt die Bring- und Abholdienste zur Schule und Kindertagesstätte und erledigt auch schon mal „Sonderaufgaben“ wie die Einschulung ihrer Enkelin. Bei mehrtägigen Wettkämpfen und Trainingsaufenthalten außerhalb der Ferien steht sie für die Rund-Um-Versorgung der Kinder bereit. Bruder Rolf Klimke springt immer dann ein, wenn Not am Mann ist. Gemeinsam mit dem zweiten Bruder Michael feuern sie ihre Schwester auf den Wettkämpfen an. Michael Klimke kümmert sich außerdem als Anwalt um alle rechtlichen Angelegenheiten wie Verträge, Vereinbarungen und Rechtsberatung.

Vielseitigkeitsreiten ist sehr intensiv

Zum familiären Umfeld gehört ihre Pferdepflegerin und Stallmanagerin Carmen Thiemann. Als Patentante kümmert sie sich auch noch um die Kinder, wenn Ingrid Klimke im Sattel sitzt. Und das muss sie häufig. Denn das Vielseitigkeitsreitseiten ist die intensivste Sparte des Pferdesports. An sieben Tagen in der Woche findet das Dressur-, Gelände- und Springtraining bezüglich Kondition, Kraft und Beweglichkeit des Pferdes statt. Als Reiterin muss Ingrid Klimke sich aber ebenfalls intensiv vorbereiten. Zusätzlich zum Training im Sattel in allen drei Disziplinen stehen auch Physiotherapie, Lauf- und Schwimmtraining, Gymnastik und mentales Training auf dem Programm.

Fairer Umgang mit den Pferden

Der Umgang mit den Pferden ist der engagierten Reiterin dabei besonders wichtig. Im Jahr 2011 wurde sie mit dem „Cavallo Fairness Arward“ in der Kategorie „Persönlichkeit“ ausgezeichnet. „Diese Auszeichnung freut mich besonders, da dieser Preis an Menschen verliehen wird, die sich in besonderer Weise für den freundlichen und fairen Umgang mit dem Pferd engagieren“, erklärt Ingrid Klimke.

Eine große Ehre wurde ihr Anfang des Jahres 2012 zuteil. Im Rahmen des K&K Cup in Münster wurde der 43-Jährigen der Titel „Reitmeister“ verliehen. Sie ist damit die zweite Frau, die diesen Titel tragen darf. In seiner Laudatio bezeichnete Mannschafts-Olympiasieger Hinrich Romeike (Nübbel) Ingrid Klimke als „Ikone des Reitsports“, die diesen in allen drei olympischen Disziplinen auf Spitzenniveau zu interpretieren versteht.

Dieses Wissen um den fairen Umgang gibt sie als Dozentin und Referentin aus zahlreichen Veranstaltungen und Seminaren weiter. Und wer dann noch wissen möchte, wie das alles mit einer Familie mit zwei Kindern geht, dem kann sie das auch genau erklären.

 
 

Breitensport Partner

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